Schellings unvollendetes System (2021 - 2026)

Das Projekt analysiert Schellings unvollendetes System in seiner Spätphilosophie. Das Ziel des Projekts ist, die systematisch gebrochene Form im Kontext einer postkantischen Metaphysik zu erklären. Durch philosophische Analysen soll eine klare Kontur des endgültigen Systems als virtuelles Bild sichtbar gemacht werden. Das Projekt wird von der DFG gefördert.

Abstract

Das Projekt analysiert Schellings unvollendetes System, so wie es sich nach einer von ihm selbst in den spätesten Berliner Jahren bis zum Todesjahr 1854 noch vorgenommenen tiefgreifenden Revision in endgültiger und testamentarisch bekräftigter Form darstellt. Das von Schelling vorgesehene Systemgefüge aus „Philosophie der Mythologie“ und „Philosophie der Offenbarung“ kann in zwei Hinsichten ‚unvollendet‘ genannt werden: Erstens hat er die geplante Ausführung nicht ganz vollenden können und manches davon nur in separaten, zum Teil bis heute unbeachtet gebliebenen Zusatzdokumenten angedeutet; zweitens gehören zur systematisch intendierten Form des Unternehmens erklärtermaßen offene und als Brechungen einzustufende Systemstellen.

Die revidierte systematische Gestalt wurde in der Forschung bislang kaum wahrgenommen, weil die posthume Edition dieses Werkprogramms ihre systematisch-philosophischen Züge teils aus Unverständnis verwischt, teils durch wohlmeinende Eingriffe im Sinne einer falsch homogenisierenden Präsentation für die damalige Öffentlichkeit nahezu unsichtbar zu machen suchte.

Das Ziel des Projekts ist, die systematisch gebrochene Form im Kontext einer postkantischen Metaphysik in ihrer neuartigen und über die idealistische Epoche hinausweisenden philosophischen Motivik und Methodik zu erklären. Die klare und wohlüberlegte Kontur der von Schelling revidierten endgültigen Systemgestalt soll als ein kritisch-konformer Vorschlag zur Möglichkeit genereller und spezieller Metaphysik auf dem Weg ins Denken des 20. Jahrhunderts sichtbar gemacht werden.

Projektdaten

Titel des Projekts
Schellings unvollendetes System
Drittmittelgeber
DFG
Link zum Projekt
Schellings unvollendetes System
Projektdauer
DFG-finanzierte Laufzeit: 12/2021 - 11/2026
kostenneutral verlängert bis 5/2027
Höhe der Bewilligung
-
Projektteam
Prof. Dr. Thomas Buchheim
Dr. Amit Kravitz
Fritz Engel
Nora Angleys

Frühere Mitarbeit:
Dr. Carlos Zorrilla Piña (bis 2025)
Luis Gruhler (wiss. Hilfskraft 2025 - 2026)
Iris Simon (wiss. Hilfskraft bis 2025)
Beteiligte Lehrstühle
Phase I des Projekts (2021–2024) Lehrstuhl für Metaphysik
Phase II des Projekts (2024–2027) Lehrstuhl für Wissenschaftstheorie, MCMP

Projektpublikationen

Monographien

  • Buchheim, T., N. Angleys, F. Engel und C. Zorrilla-Piña (Hgg.) (im Erscheinen). Schellings Berliner Spätphilosophie und die »Empfindlichkeit des philosophischen Bewusstseins«. Mohr Siebeck, Tübingen.
  • Abhandlung über die Quelle der ewigen Wahrheit mit Einleitung und Nachrede von Thomas Buchheim (herausgegeben von Thomas Buchheim. In Bearbeitung. PhB Meiner-Verlag Hamburg)
  • Dissertationen von Fritz Engel und Nora Angleys (in Bearbeitung)

Aufsätze

  • Buchheim, T. (2024). „Schellings Konzeption einer ‚philosophischen Religion‘ in Querschnitten ihrer Entwicklung über das Spätwerk hinweg“, in: C. Danz (Hg.), Religionsphilosophie nach Schelling: Mythos und Offenbarung. Springer, Berlin Heidelberg. 151–181. https://doi.org/10.1007/978-3-662-69488-6_7.
  • Buchheim, T. (2025). Schellings „Unvollendete“. Philosophisches Jahrbuch 132 (1):7–35. https://doi.org/10.5771/0031-8183-2025-1.
  • Buchheim, T. 2025. „«Ma una difficoltà incombe ancora sulla libertà ... »", in: T. Mauri, L. Neri (Hg.), Schelling and His Kantian Legacy: Metaphysical and Epistemological Perspectives (Discipline Filosofice XXXV 2), 43–65.
  • Angleys, N. 2026.„Die Besonderheiten des mythologischen Prozesses in den Berliner Vorlesungen über die Philosophie der Offenbarung “, in: C. Danz (Hg.), Schellings Berliner Philosophie der Offenbarung, frommann-holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt. 169–192.
  • Buchheim, T. 2026. „Der Unterschied zwischen positiver und negativer Philosophie in der Berliner Philosophie der Offenbarung. Eine kontrastierende Betrachtung“, in: C. Danz (Hg.), Schellings Berliner Philosophie der Offenbarung, frommann-holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt. 35–64.
  • Zorrilla-Piña, C. 2026. Eine Ausspannung, um alle Spannung zu versöhnen. Kreuztod und Auferstehung Christi in Schellings Berliner Philosophie der Offenbarung, in: C. Danz (Hg.), Schellings Berliner Philosophie der Offenbarung, frommann-holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt. 241–274.
  • Angleys, N., T. Buchheim und F. Engel (im Erscheinen). „Schelling’s Literary Estate“. Kabiri. The Official Journal of the North American Schelling Society 5 (im Erscheinen).
  • Angleys, N. und F. Engel (im Erscheinen). „Schellings »Vermächtnisbrief« von 1854“, in: T. Buchheim et al. (Hgg.), Schellings Berliner Spätphilosophie und die »Empfindlichkeit des philosophischen Bewusstseins«, Mohr Siebeck, Tübingen.
  • Angleys, N. (im Erscheinen). „Die Gültigkeit des religiösen Diskurses – tautegorische Lesart”, in: T. Buchheim et al. (Hgg.), Schellings Berliner Spätphilosophie und die »Empfindlichkeit des philosophischen Bewusstseins«, Mohr Siebeck, Tübingen.
  • Buchheim, T. (im Erscheinen). „Schellings Systemverständnis in seiner spätesten Philosophie“, in: T. Buchheim et al. (Hgg.), Schellings Berliner Spätphilosophie und die »Empfindlichkeit des philosophischen Bewusstseins«, Mohr Siebeck, Tübingen.
  • Engel, F. (im Erscheinen). „‚Die Wichtigkeit die auf den Namen gelegt wird’ – das Vermächtnis von Schellings spätester Philosophie”, in: T. Buchheim et al. (Hgg.), Schellings Berliner Spätphilosophie und die »Empfindlichkeit des philosophischen Bewusstseins«, Mohr Siebeck, Tübingen.
  • Zorrilla-Piña, C. (im Erscheinen). „The Latest Schelling and the Expansion of Philosophical Theory”, in: T. Buchheim et al. (Hgg.), Schellings Berliner Spätphilosophie und die »Empfindlichkeit des philosophischen Bewusstseins«, Mohr Siebeck, Tübingen.

Veranstaltungen

  • 6.–8. Januar 2023: Workshop und Forschungsseminar zu Schellings Schrift „Über die Quellen der ewigen Wahrheiten“ (für Graduierte in der Nachwuchsforschung, zusammen mit Prof. Friedrich Hermanni, Universität Tübingen). Bad Herrenalb.
  • 12.–14. Dezember 2024: Wissenschaftliche Fachtagung „Krisen und Kontraste – Schellings Berliner Spätphilosophie”. LMU München.
  • In Planung: Internationale Fachtagung im Frühjahr 2027. „Der Monotheismus“ – Schellings letzte Auskunft zum sogenannten Pantheismusstreit.