Alfonso Herreros

Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Vertretung 2026-2027)

Lehrstuhl für Spätantike und Arabische Philosophie

Büroadresse:

Leopoldstraße 11b

80802 München

Zur Person
Ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Spätantike und Arabische Philosophie (Prof. Dr. Peter Adamson) und im Munich School of Ancient Philosophy (MUSAΦ) an der LMU. Ich promoviere in Philosophie an der LMU (Disputation vsl. Oktober 2026). Davor habe ich Philosophie und Theologie in Santiago de Chile und in Rom studiert.

Forschung

Meine Forschungsschwerpunkte liegen in der Metaphysik der Kräfte, Philosophie der Religion und Geschichte der Ethik in der Philosophie der Spätantike und lateinischen Mittelalter.

Meine Dissertation "Power, Creation, Will: Philoponus against Proclus on the Eternity of the World" befasst sich mit der Metaphysik der Schöpfung in der Spätantike. Sowohl für den Christen Johannes Philoponus als auch für den heidnischen Neuplatoniker Proklos wird die Welt von Gott verursacht, doch sind sie sich uneinig darüber, was dies bedeutet. Proclus leitet aus der ewigen Unbeweglichkeit Gottes die ewige Emanation der Welt ab. Philoponus akzeptiert zwar die Unbeweglichkeit Gottes, bestreitet jedoch, dass diese einen ewigen Kosmos nach sich zieht: Er definiert die kausale Kraft neu, um Raum für eine Aktivierung durch den Willen zu schaffen – eine Aktivierung, die weder Veränderung noch Zeit beinhaltet, was Gott materiellen Bedingungen unterwerfen würde, sondern vielmehr das Teilen einer Vollkommenheit mit ihrer Wirkung ist.

Mein aktuelles Projekt wendet sich von der Kosmologie der Psychologie zu: Welche Art von Kraft stellt die Vernunft nach Ansicht der Kommentatoren des 6. Jahrhunderts zu Aristoteles’ De anima in Alexandria und Athen dar? Diese Autoren sind sich einig, dass intellektuelles Wissen in der Identität mit seinem Gegenstand besteht und daher eine immaterielle Tätigkeit ist, die jedoch verkörperten Menschen eigen ist. Die Hypothese des Projekts lautet, dass ihre Meinungsverschiedenheiten darüber, wie dies möglich ist, auf Unterschiede in ihren Ontologien der Kräfte zurückzuführen sind