Josephine Richards, M.A.
Doktorandin
Lehrstuhl für Religionswissenschaft
Doktorandin
Lehrstuhl für Religionswissenschaft
Religion, Law, Politics and Ethics. Religionskritische Satire in Europa zwischen Meinungsfreiheit, Blasphemie und Hate Speech
Diese Dissertation untersucht das komplexe Zusammenspiel von Recht, Religion, Politik und Ethik im heutigen Europa. Mit Fokus auf religionskritischen satirischen Cartoons und Karikaturen untersucht die Studie, wo die Grenzen zwischen Meinungsfreiheit, Blasphemie und Hassrede ausgehandelt, angefochten und neu gezogen werden. Vor dem Hintergrund gewalttätiger Reaktionen, rechtlicher Auseinandersetzungen und öffentlicher Kontroversen rund um religiöse Satire fragt die Dissertation, ob solche Ausdrucksformen legitime journalistische Kommentare darstellen oder ethische sowie rechtliche Grenzen überschreiten.
Die Analyse basiert auf vier Fallstudien aus Deutschland und Schweden. Durch die bewusste Auswahl von Fällen, die sich sowohl mit Mehrheits- als auch mit Minderheitsreligionen in vergleichbaren europäischen Kontexten befassen, hebt die Arbeit Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den gesellschaftlichen Reaktionen, rechtlichen Rahmenbedingungen und politischen Diskursen rund um religiöse Satire hervor.
Methodisch verfolgt die Dissertation einen triangulierten Ansatz. Dieser kombiniert Medienanalyse, Diskursanalyse und kontextuelle rechtliche sowie kulturelle Untersuchungen. Satire wird dabei als journalistischer Kommunikationsmodus verstanden, was eine differenzierte Diskussion ihrer Funktion, Grenzen und sozialen Auswirkungen ermöglicht. Die Arbeit ordnet aktuelle Debatten zudem in einen breiteren historischen Rahmen ein, der Blasphemie, Säkularisierung und sich wandelnde Konzepte der Meinungsfreiheit umfasst.
Die Dissertation schließt mit dem Vorschlag eines Rahmens für eine journalistische Ethik, die parallel zu, aber unabhängig von gesetzlichen Regelungen funktioniert. Durch die Integration von Erkenntnissen aus Religionswissenschaft, Kulturwissenschaft und Medienethik leistet die Studie einen Beitrag zu den laufenden Debatten über Meinungsfreiheit in pluralistischen Gesellschaften und unterstreicht die Bedeutung verantwortungsvoller Kommunikation in einem zunehmend mediatisierten und konfliktreichen globalen Kontext.